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Storchenküken im Doppelpack

Brut in der Storchennisthilfe im Wiesental 2026

 
Nach dem ersten Bruterfolg in der Storchennisthilfe im Wiesental im vergangenen Jahr richteten sich auch in dieser Brutsaison wieder viele Blicke gespannt auf den Horst auf einem alten Strommasten. Nicht nur viele Spaziergänger und Radfahrer, sondern auch wir  verfolgten das Geschen mit stetigem Interesse.

 

Gibt es dieses Jahr erneut Storchennachwuchs?

Bereits Ende Februar bezog ein Storchenpaar die Nisthilfe. Mit Ästen und trockenem Gras wurde das Nest weiter ausgebaut, und mehrfach beobachtete Paarungen ließen auf einen vielversprechenden Start in die Brutsaison schließen.

 

Eine Frage drängte sich dabei natürlich auf: Ist es dasselbe Paar wie im Vorjahr? Während beide Altstörche 2025 noch unberingt waren, trägt das Weibchen in diesem Jahr einen Ring. Es wurde 2022 in Hockenheim beringt mit der Ringnummer DER A6W95.

 

Anfang April begann schließlich die Brutzeit. Die beiden Altvögel wechselten sich beim Brüten ab und ließen das Nest nicht mehr unbeaufsichtigt. Etwa einen Monat später war es dann soweit: Die Küken schlüpften. Zunächst waren sie noch nicht zu sehen, sondern nur am Verhalten der Altvögel zu erahnen. Die Spannung stieg – wie viele Jungvögel würden es in diesem Jahr sein? Wenige Tage später lugten dann endlich zwei kleine Köpfe mit weißem Flaum über den Nestrand.

 

Groß genug für den Ring

Für einen kurzen Schreckmoment sorgten einige Tage, in denen die etwa zwei bis drei Wochen alten Jungvögel ungewöhnlich lange allein im Nest zurückblieben. Die Sorge, die Brut könnte aufgegeben worden sein, bestätigte sich glücklicherweise nicht.

 

Die beiden Geschwister wurden weiterhin zuverlässig gefüttert und entwickelten sich prächtig. Am 19. Juni stand schließlich ein besonderer Termin an: Im Alter von knapp sechs Wochen wurden sie beringt. Mit Unterstützung der Syna GmbH, die einen Hubsteiger samt Fahrer zur Verfügung stellte, machte sich der erfahrene Beringer Helmut Stein aus Edingen-Neckarhausen auf den Weg zum Storchennest.

 

Zunächst kontrollierte er das Nest auf Plastikmüll – erfreulicherweise ohne Befund. Anschließend begutachtete er die Gewölle, also ausgewürgte, unverdauliche Nahrungsreste, die Rückschlüsse auf den Speiseplan der Störche zulassen.

 

Danach erhielten die beiden gesund wirkenden Jungstörche ihre individuellen Kennringe mit den Nummern DER AFJ86 und DER AFJ87, die jeweils am rechten Bein oberhalb des Sprunggelenks angebracht wurden. Während der Beringung verharrten sie regungslos im Nest – ein natürlicher Totstellreflex, die sogenannte Akinese. Nach knapp zehn Minuten war die Beringung auch schon vorbei und die Jungstörche wurden wieder ihren Eltern überlassen.

 

Ein herzlicher Dank gilt Helmut Stein sowie der Syna GmbH für die Unterstützung bei dieser Aktion.

 

Zeit für den Abflug

In den nächsten Wochen werden die beiden Jungstörche weiter wachsen, erste Flugübungen machen und voraussichtlich mit etwa acht bis neun Wochen das Nest verlassen. Dann beginnt für die beiden das nächste große Abenteuer: Die Reise in den Süden.

 

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