Exkursion ins Kanzelbachtal mit Gewässeruntersuchung
Diesmal blieb kein Stein auf dem anderen – also fast. Bei unserer Exkursion ins Kanzelbachtal lag das Augenmerk auf den winzigen Bachbewohnern. Wer genau hinschaute, entdeckte das Leben, das sich auf der Unterseite der Steine abspielt.

Der Kanzelbach und seine Zuflüsse liegen zwischen Wilhelmsfeld und Schriesheim und sind typische Mittelgebirgsfließgewässer. Ausgangpunkt für unsere Exkursion war der Wanderparkplatz "Großer Stein" an der Talstraße. Unser Weg führte uns aufwärts vorbei am Regenrückhaltebecken mit kleinem Teich zum den oberen Abschnitt des Bachlaufes. Selbstgestecktes Ziel unserer interaktiven Führung unter der Leitung von Dr. Rainer Drös war die Bestimmung der Gewässergüteklasse. Das klingt sperrig, beschreibt aber schlicht, wie gut die Wasserqualität ist. Für die grobe Ermittlung probierten die zehn motivierten Teilnehmenden an zwei Stellen einfache Methoden aus.
Auf der Suche nach Kleintieren wurden zahlreiche Steine vorsichtig umgedreht – fast immer mit Erfolg. In den weißen Schalen konnten die Strudelwürmer, Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven genau unter die Lupe genommen und anhand von Bestimmungsschlüsseln identifiziert werden. Wohnröhren aus Stein gaben zusätzlich Hinweise auf Köcherfliegenlarven. Neben dem Bach hüpften außerdem mehrere junge Erdkröten. Das Ergebnis unserer einfachen ökologischen Untersuchung zeigte eine sehr gute Wasserqualität: Viele der gefundenen Tiere kommen nämlich nur in Gewässern der Güteklasse I oder II vor.

Parallel nahm ein anderer Teil der Gruppe chemische Messungen mit Hilfe eines mitgebrachten Chemiekastens vor. Sie bestimmten Wasserhärte, Wassertemperatur (10 °C), pH-Wert sowie Nitrit- und Ammoniumkonzentration. Die Ergebnisse zeigten geringe Wasserhärte, kühle Temperatur, neutralen bis leicht sauren pH-Wert und keine Belastung durch Nitrit oder Ammonium – ein weiterer Hinweis auf die sehr gute Wasserqualität.
Auf dem Rückweg entdeckten und bestaunten die Teilnehmenden einen wunderschönen Kleinen Schillerfalter. Je nach Blickwinkel schillerten seine Flügel metallisch-blau oder wirkten orange-braun. Dieser Effekt entsteht durch Lichtbrechung an speziellen Schuppen. Ein schöner Abschluss unserer Exkursion, bei der wir Einblicke in das versteckte Leben des Kanzelbachs erhalten haben.








































