Botanische Exkursion in den Exotenwald Weinheim
Mitte Oktober zeigte sich der Exotenwald in Weinheim von seiner schönsten Seite. Goldgelb, feuerrot und orange leuchtete das Laub, während unsere kleine Gruppe von fünf Teilnehmenden unter den farbenfrohen Kronen auf Entdeckungstour ging. Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Rainer Drös gab es dabei allerhand Spannendes über Bäume aus fernen Ländern zu erfahren.

Der Exotenwald wurde bereits 1872 von Freiherr von Berckheim angelegt. Nach und nach kamen weitere Arten hinzu, vor allem aus Nordamerika und Ostasien. Statt einzelner Exemplare wachsen hier oft kleine Areale einer Art.
Besonders eindrucksvoll sind die Küstenmammutbäume, die in ihrer Heimat Kalifornien sogar über 100 Meter hoch werden können. Ihre dicke, faserige Rinde schützt sie bei Bränden und verschafft der Art so einen Überlebensvorteil.

Auch die Sumpfzypresse stammt aus Nordamerika und fällt durch ihre ungewöhnliche Anpassung an nasse Standorte auf: Sie verträgt „nasse Füße“ problemlos und bildet sogar kleine Atemwurzeln, die aus dem Boden oder Wasser ragen.
Der Ginkgo zeigte sich im leuchtenden Gelb. Da die mirabellenartigen Früchte der weiblichen Bäume im Herbst unangenehm riechen, werden in Stadtparks meist nur männliche Exemplare gepflanzt.
Die Scharlach-Eiche machte ihrem Namen alle Ehre, und wer genau hinsah, entdeckte auch die großen, ledrigen Blätter der Japanischen Großblatt Magnolie oder die dunklen Früchte der Schwarznuss.
Bei unserer Exkursion gab es also einmal Nordamerika, Ostasien und zurück – ganz ohne Flugticket, aber mit raschelndem Herbstlaub unter den Schuhen. Der Exotenwald in Weinheim ist aber sicher nicht nur im Oktober einen Besuch wert. Für Kinder gibt es übrigens die Möglichkeit eine digitale Schnitzeljagd zu machen – vielleicht eine Idee für den nächsten Ausflug?































