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Ein Wochenende voller Fledermäuse

Meine Zeit im BatCamp 2024

 

Fledermäuse – für mich geht von ihnen eine besondere Faszination aus. Vielleicht liegt es daran, dass sie die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere sind oder dass sie sich in der Dunkelheit mit Ultraschallrufen orientieren. Das BatCamp, das dieses Jahr von NABU und NAJU zum ersten Mal veranstaltet wurde, bot eine großartige Gelegenheit mehr über diese Jäger der Nacht zu lernen und Einblicke in den ehrenamtlichen Fledermausschutz zu gewinnen. Zusammen mit zwölf weiteren BatFans zwischen 12 und 27 Jahren verbrachte ich ein verlängertes Wochenende in einer urigen Hütte im Biosphärenreservat Schwäbische Alb.

 

Der erste Abend

Nach dem ersten Kennenlernen ging es, ausgerüstet mit Fledermausdetektoren, zu einem abendlichen Spaziergang. Wir suchten nach Spuren wie Fledermauskot und potenziellen Versteckmöglichkeiten. In der Dämmerung konnten wir trotz der kühlen Temperaturen einige Zwerg- und Breitflügelfledermäuse beobachten und mit den Detektoren hören.

 

Unsere Unterkunft: SAV-Hütte in Schopfloch (Foto: Henrike Budig)
Unsere Unterkunft: SAV-Hütte in Schopfloch (Foto: Henrike Budig)

Fledermäuse ganz nah

Vorsicht, Kopf einziehen! Bei der Besichtigung mehrerer Kalksteinhöhlen am nächsten Vormittag erhielten wir einen Eindruck von Zählungen in Winterquartieren. Fledermäuse konnten wir zwar nicht entdecken, aber Tropfsteine und Höhlenspinnen.

 

Ein persönliches Highlight war am Nachmittag der Besuch einer Mausohwochenstube mit rund 150 Tieren in einem unausgebauten Dachstuhl – so nah kommt man der größten heimischen Fledermausart sonst selten.

 Den ein oder anderen Funfact konnten wir anschließend beim theoretischen Ausflug in die Biologie und Lebensweise der Fledermäuse mit Experte Christian Dietz mitnehmen.

 

Am Abend saßen wir gemeinsam am Lagerfeuer, bestaunten Polarlichter am Nachthimmel und warteten geduldig auf einen Fang in den aufgespannten Stellnetzen. Insgesamt gingen zwei männliche Zwergfledermäuse in die Netze, sodass wir die kleinen Tiere aus nächster Nähe betrachten konnten.

 

 

Praktischer Fledermausschutz

Eine Möglichkeit, Quartiere zu finden, ist die Telemetrie. Dabei werden Sendertiere mit Hilfe von Antennen geortet. Nach einer kurzen Einführung in die Methode stellten wir unseren Spürsinn in kleinen Gruppen unter Beweis. Es war gar nicht so einfach die versteckten Sender zu finden, aber am Ende war unsere Suche von Erfolg gekrönt.

 

Auch Fledermäuse profitieren von Artenvielfalt. Deshalb besichtigten wir am Nachmittag das Naturschutzgebiet "Wiestal mit Rauber". Dort wird durch die Beweidung mit Wasserbüffeln, die Artenvielfalt gefördert. Danach packten wir selbst mit an: Mit Schlagbohrmaschine und Akkuschrauber befestigten wir unter fachkundiger Anleitung verschiedene Fledermauskästen an einem alten Trafoturm, der vom NABU Teck betreut wird.

 

Am Abend stand dann die Beobachtung von Breitflügelfledermäusen auf dem Programm. Mit Detektoren, Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras verfolgten wir gespannt ihren Ausflug aus einer bekannten Wochenstube.

 

 

Letzte Beobachtungen

Vor der Abreise schauten wir am Naturschutzzentrum Schopfloch erneut nach Tagesquartieren. Bei der Kontrolle der Fassade entdeckten wir unter der Holzverkleidung eine Zwergfledermaus, und auch zwei der Kästen waren besetzt – dort versteckten sich eine Zwerg- und eine Breitflügelfledermaus.

 

Fazit

Das erste BatCamp hat meine Erwartungen übertroffen. Wir haben einen umfassenden Einblick in die Tätigkeiten beim ehrenamtlichen Fledermausschutz und darüber hinaus bekommen und natürlich jede Menge Spaß gehabt. Vielen Dank an Robert, Anja, Anna-Lena, Christian und Heidi für die erlebnisreichen Tage!