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Das Storchennest ist bezugsfertig

NABU Mauer baut mit Gemeindeverwaltung und Syna ein Heim für Störche

Seit dem 22.11.2012 haben Weißstörche in Mauer eine eigens dafür neu installierte Nistgelegenheit. Am frühen Nachmittag rollte der Kranwagen und der Hubsteiger der Syna GmbH zu einem Mast der ehemaligen 20 000-Volt-Freileitung ins Naturschutzschutzgebiet „Mauermer und Bammentaler Elsenztal“. Die Netztochter der Süwag Energie AG überließ den Storchenfreunden des NABU Mauer durch engagierte Unterstützung der Gemeinde Mauer mit Bürgermeister John Ehret und Hauptamtsleiter Klaus Lauer diesen ausgedienten Betontragmast, der jetzt als Nistplatz dienen soll.

 

Der NABU-Landesverband berichtete im August 2012 über eine Zunahme des Weißstorchbestands in Baden-Württemberg: „Während der letzten 20 Jahre hat sich die Zahl der brütenden Paare versechsfacht. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Storchenbestand auf einem niedrigen Niveau befindet, der nur aufgrund aktiver Artenschutzmaßnahmen gesteigert werden kann.“ Bereits zweimal war der Weißstorch deshalb „Vogel des Jahres“, zuerst 1984 und dann 1994.

Installation Storchennest Mauer
Bürgermeister John Ehret, Syna Mitarbeiter und Mitglieder des NABU Mauer freuen sich auf die Installation des Nestes (Foto: Felt)

Bernhard Budig, Vorsitzender des Naturschutzbundes Mauer freute sich sehr: „Seit vielen Jahren schon möchten wir dem Weißstorch an der Elsenzaue ein attraktives Nest schaffen, denn die Feuchtwiesen mit dem natürlichen Nahrungsangebot an Mäusen, Fröschen und Insekten bieten einen geeigneten Lebensraum. Täglich können wir mehrere Graureiher bei der Nahrungssuche im Wiesental beobachten. Der letzte in Mauer brütende Storch ist leider bereits vor 6 Jahrzehnten (1954) durch einen Stromschlag umgekommen.“ Dr. Rainer Drös, stellvertretender Vorsitzender, fügte hinzu: „Bereits mehrfach haben wir Weißstörche während ihrer ein- bis zweitägigen Rast in Mauer gesichtet – zuletzt 2011, als ein Storch sogar auf dem Dach der Gaststätte „Krone Post“ übernachtete. Wir hoffen nun auf einen baldigen Bezug des neuen Nestes durch ein Storchenpaar.“

 

Die Idee, Strommasten als Grundlage für eine Storchennisthilfe umzuwidmen, kam im September 2011 als der NABU Mauer durch die Verbandsanhörung von der geplanten Neuverlegung des Erdkabels im Wiesental erfuhr. Am schwierigsten war die langwierige Klärung der Eigentumsverhältnisse der Strommasten. Das wäre ohne die große Hilfe der Gemeinde Mauer nicht möglich gewesen. NABU Mitglied Martin Budig berichtete: „Nachdem wir auch das Einverständnis des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege, für das Vorhaben gewinnen konnten, mussten wir nur noch die Demontage der überflüssig gewordenen Mittelspannungsfreileitung abwarten.“ Der rund elf Meter hohe Betonmast der Syna GmbH hatte im Zuge des Erdverkabelungsprojekts zwischen Mauer und Bammental ausgedient. Die von NABU-Mitglied Kurt Walda konstruierte Nisthilfe wurde endlich auf den Mast gehoben und mit kräftigen Schrauben befestigt. Das künstliche Nest besteht aus einen verzinktem Stahlgerüst mit einen Durchmesser von 130 cm, das zahlreiche NABU-Mitglieder mit Reisig von Obstbäumen und Weiden umflochten haben. Abschließend erhielt es noch einige weiße Farbspritzer zur Simulation von Vogelexkrementen.


Die Entstehung des Storchennestes


Insgesamt wurden bei dem Verkabelungsprojekt ca. 9000 Meter Freileitungsseil demontiert. Von den 21 Betontragmasten und 4 Stahlgittermasten wird als einziger der Mast mit dem Storchennest stehen bleiben und in der Region ein Zeichen für naturnahen Raum setzen.

Storchennest
Es ist geschafft, das Nest ist festgeschraubt! (Foto: Felt)

Der NABU Mauer dankt allen sehr, die diese Storchennisthilfe ermöglicht haben: der Gemeinde Mauer, dem Regierungspräsidium Karlsruhe und der Syna GmbH.


Installation des Storchennestes