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Jetzt können die Kröten kommen

Naturschutzjugend leitet die Amphibien auf ihrer Wanderung zu den Laichgründen durch einen Schutzzaun um

von Jutta Trilsbach (Rhein-Nackar-Zeitung)

 

Mauer. Zwar zeigt das Thermometer nachts noch Minusgrade an, doch dies stört in der Tierwelt viele Arten nicht. Ist der kalendarische Frühlingsanfang im März doch die ideale Paarungszeit. Und es gab ja auch kürzlich schon wärmere Tage. Für Amphibien wie die Erdkröten, die nun aus ihren Verstecken im Wald hervorkriechen, geht es genau jetzt um elementar Wichtiges: Zielstrebig gehen die Erdkröten zum Zwecke der Vermehrung wieder auf Wanderschaft zu den Laichgründen.

 

Dabei haben es die Männchen, wenn sie denn noch ein Weibchen ergattern konnten, richtig gut. Die kräftigeren Weibchen nehmen das kleinere Männchen nämlich huckepack und los geht's in trauter Zweisamkeit in der Dämmerung und auch nachts in Richtung Laichplatz.

 

Doch viele Pärchen oder auch Singles schaffen es nicht bis dorthin. Sie werden von schnellen Autos nämlich einfach platt gefahren, da sie bei ihren notwendigen Ausflügen zum Stelldichein gefährliche Straßen überqueren müssen.

 

Hier wollen die fleißigen Heinzelmännchen des Naturschutzbundes helfen. Schon seit Jahren gehört die Hilfsaktion des Nabu für Kröten in sein festes Naturschutzprogramm. Am Samstagnachmittag errichteten auch in Mauer Bernhard Budig und einige Mitglieder der Naturschutzjugend "NaJu" einen langen Schutzzaun entlang der Erlenstraße.

 

Dieser dichte grüne Zaun grenzt die Straße zu einem Acker ab, den die Amphibien dadurch jetzt durchqueren müssen. So erreichen die Paare direkt ihr begehrtes Ziel, den Forstwaldteich am östlichen Forstwald, schon auf Meckesheimer Gemarkung. Und dies ohne Gefahr. "Nachts schwärmen vom Forstwald aus bis zu einhundert Kröten zu ihrem Laichplatz, und dabei nehmen sie stets den kürzeren direkten Weg über die Erlenstraße. Viele Tiere wurden dabei schon totgefahren", erklärt Budig und zeigt zwei Kröten, denen dieses Schicksal nicht erspart blieb.

 

Laut Nabu sind die Bestände der Amphibien bereits stark zurückgegangen. Als Ursachen dafür werden von den Naturschützern die weitgehende Zerstörung und Verkleinerung ihrer Lebensräume wie Feuchtgebiete beziehungsweise Teiche durch Überbauung genannt.

 

Dieser Artikel erschien am 18.03.2013 in der Rhein-Neckar-Zeitung.

 

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Original RNZ Artikel "Jetzt können die Kröten kommen" von Jutt Trilsbach