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Jörg Albrecht warb um Verständnis

Bürgermeister spendete der Gemeinde eine Ahnengalerie

von Jutta Trilsbach (Rhein-Neckar-Zeitung)

 

Mauer. Das hat in Mauer schon immer gefehlt: Die Porträts der ehemaligen Bürgermeister im Ratssaal. Auf diese Idee kam Bürgermeister Jörg Albrecht und schenkte der Gemeinde beim traditionellen Neujahrsempfang in der Kultur- und Sporthalle eine Ahnengalerie der Bürgermeister von Mauer, ab 1913 bis zum heutiger Ehrenbürger Erich Mick.

 

Zuvor dankte Jörg Albrecht mit bewegter Stimme allen für ihr großes Verständnis, dass er die ihm gebotene Gelegenheit der Oberbürgermeisterkandidatur in Sinsheim im Februar wahrnehme. Ihm stockte vor Rührung zeitweise die Sprache im Rückblick auf zehn Dienstjahre in der Eisenzgemeinde. Und schließlich sei er ja auch noch nicht gewählt, infolgedessen sein Porträt auch nicht dabei.

 

Pfarrer Bernhard Stern fasste es in seinen geistlichen Grußworten zusammen: „Ich wünsche Ihnen allen ein hörendes Herz, Gut und Böse zu unterscheiden, denn Gut und Böse liegen so nah aneinander - und was für Sinsheim gut ist, ist für Mauer vielleicht schlecht!" Die musikalische Einstimmung gestalteten junge Solisten der Musikschule

 

Neckargemünd an Violine und Klavier. Joachim Frühauf, erster Bürgermeister-Stellvertreter, übernahm die offizielle Begrüßung der Gäste und dankte Jörg Albrecht für seine bisherige Arbeit. Frühauf betonte, dass dieser seinem Ruf als verantwortungsvoller und erfolgreicher Rathauschef mehr als gerecht wurde. Albrecht und seine Frau Christiane freuten sich sehr über ein Gutscheingeschenk.

 

In seiner Neujahrsansprache schlug Albrecht einen großen Bogen der Ereignisse in der Weltpolitik bis in die Kommune und wünschte: „Wir wissen nicht, was das neue Jahr bringen wird, aber wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass es jeden Tag Gelegenheiten geben wird, Gutes zu tun!" Im vergangenen Jahr habe vor allem die Maxime, „nur das ausgeben, was wir einnehmen", im Vordergrund gestanden, Mauer sei praktisch schuldenfrei, so Albrecht.

 

Die Breitbandversorgung im Bereich Übersee sei ein schwieriges Unterfangen, aber als Standortfaktor notwendig. Auch die Sanierung der Friedhofstreppe, die weitere Kooperation mit der Stephen-Hawking-Schule und der Volkshochschule seien erfolgreiche Maßnahmen im Bereich Bildung. Hervorzuheben sei die Kleinkindbetreuung ab Januar diesen Jahres in Kooperation mit der Kinderkrippe „Rappelkiste" mit 24 Plätzen und einer Investition von 140 000 Euro, gefördert mit 99 000 Euro durch den Bund. Familienfreundlichkeit stehe in der Gemeinde mit ihrem Durchschnittsalter von nur 40,2 Jahren an erster Stelle. Albrecht dankte allen, die zur Zertifizierung als „familiengerechte Gemeinde" beigetragen hatten.

 

Es folgten in seinen Impressionen viele vorbildliche Projekte und der Hinweis auf die Reduzierung des Wasserpreises. Albrecht betonte, es sei wichtig, die finanzielle Situation mit einem Rücklagenpolster von rund 1,2 Millionen Euro geordnet zu halten. Ziel sei es, schuldenfrei zu werden, behutsam zu investieren, alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen und dabei das Gemeinwohl in den Vordergrund zu stellen.

 

Darum ging es auch bei den Ehrungen im kulturellen, sportlichen und ehrenamtlichen Bereich. Hier hob der Bürgermeister das beherzte Eingreifen einer Lebensretterin hervor und zeichnete sie mit einer Urkunde und einer Ehrengabe des Landes offiziell dafür aus. Beim Umtrunk waren die anfänglichen Schwierigkeiten mit der Mikrophonanlage längst vergessen und die Mauermer feierten das neue Jahr.

 

Dieser Artikel erschien am 12.01.2012 in der Rhein-Neckar-Zeitung.

 

Neujahresempfang, 2012, Mauer
Original RNZ Artikel "Jörg Albrecht warb um Verständnis" von Jutta Trilsbach