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Von der Bratpfanne bis zum Wahlplakat

Bei der Flurputzaktion kam 15 Säcke mit Müll zusammen

von Jutta Trilsbach (Rhein-Neckar-Zeitung)

Mauer. (tri) In diesem Jahr erwacht die Natur nur sehr langsam. Hoffnung macht Johann Wolfgang von Goethe mit seinem Gedicht aus dem "Faust": "Vom Eise befreit sind Strom und Bächle, durch des Frühlings holden, belebenden Blick." Als Goethe seinen Spaziergang um das Jahr 1800 herum machte, gab es noch kein Plastik und keine Papiertaschentücher, die diesen Blick verdunkelten. Denn wo heute Unrat und Müll unnötigerweise Wald und Flur verschandeln, da möchte eigentlich niemand mehr spazieren gehen. Hinzu kommt die Verletzungsgefahr durch herumliegende Glasscherben. Auch stinkende Hundehaufen, die einem den Frühlingsspaziergang in Mutter Natur ganz schön vermiesen können, obwohl es in der ganzen Gemeinde an markanten Stellen dafür Beutel in den Hundetoilettenstationen gibt. Also hieß die Devise mal wieder: ran an den Müll. Kräftiger Sonnenschein sorgte zumindest für trockenes Wetter und gute Stimmung bei der Flurputzaktion auf der Gemarkung.

 

In großen Gruppen schwärmten insgesamt rund 60 freiwillige Helfer mit Greifzangen, Handschuhen und Eimern an zwölf verschiedenen Plätze aus. Und da muss man erst gar nicht lange suchen, denn sie wurden fündig. "Es ist jedes Jahr das Gleiche, wir sammeln auf, was andere in die Natur schmeißen", sagte Dr. Rainer Drös vom Nabu. Außer einem großen Bauschild und einem Pfahl mit dem Schild "Naturschutzgebiet" waren dies unter unzähligen Flaschen aus ein ausgedienter Kinderroller, eine Bratpfanne, eine alte Mistgabel, ein komplettes Abflusssieb, eine Spitzhacke, ein Wahlplakat der Landtagsabgeordneten Elke Brunnemer sowie Papier- und Plastikmüll. Insgesamt ergab der "Kleingram" allein 15 volle blaue Säcke, die Mitarbeiter des Bauhofes dann vom Straßenrand auf den Laster aufladen mussten.

 

Auch Bürgermeister John Ehret packte tatkräftig mit an und freute sich, dass die Helfergruppe in diesem Jahr so groß war: "Viele kamen schon um 9 Uhr, also eine Stunde vor dem offiziellen Beginn der Flurputzaktion und gingen eifrig zur Sache", meinte er. "Das ist doch lobenswert, wenn so viele Bürger und Vereine dabei sind."

 

Das waren beispielsweise der Naturschutzbund mit der Naturschutzjugend, Familien und engagierte Einzelpersonen, eine Gruppe von Konfirmanden mit Pfarrerin Friedericke Brixner sowie der Angel- und Naturfreundeverein mit Jugendlichen. Für zwei bis drei Stunden Putzarbeit gab es zur Belohnung ein warmes Mittagessen, beim Ausschank half unter anderem Gemeinderätin Heike Kramer. Die heiße Gemüsesuppe mit Würstchen aus der ortsansässigen Metzgerei Stieg schmeckte gut und wärmte vor allem erst einmal von innen auf. Die Erfrischungsgetränke spendete der Getränkemarkt von Rudi Merkel. Zum Gruppenfoto stellten sich die fleißen Heinzelmännchen dann im Schulhof auf. Es sind aus Zeitgründen nicht alle im Bild, da viele nach der Putzaktion schon wieder andere Termine hatten.

 

Dieser Artikel erschien am 21.03.2013 in der Rhein-Neckar-Zeitung.

 

Flurputz, Mauer, Umweltverschmutzung
Original Artikel in der RNZ "Von der Bratpfanne bis zum Wahlplakat" von Jutta Trilsbach